
Immer mehr Häuser tragen ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS): eine 10 bis 20 cm dicke Dämmschicht aus Polystyrol oder Mineralwolle, verputzt und gestrichen. Energetisch ein Gewinn, für die Montage eines Klimaanlagen-Außengeräts aber ein Sonderfall. Denn was von außen wie eine massive Wand aussieht, ist an der Oberfläche weich und trägt keine Last. Wer hier einfach eine Konsole anschraubt, riskiert Schäden an Fassade und Gerät. Wie es richtig geht, zeigen wir in diesem Beitrag.
Warum WDVS ein Sonderfall ist
- Die Dämmung trägt nicht: Ein Außengerät wiegt je nach Leistungsklasse 25 bis 60 kg, dazu kommen Vibrationen im Betrieb. Diese Last muss in die tragende Wand hinter der Dämmung, nicht in den Putz.
- Wärmebrücken: Jede durchgehende Metallverbindung von der Konsole bis ins Mauerwerk leitet Wärme nach außen. An der kalten Stelle kann innen Kondenswasser entstehen, und mit ihm Schimmel.
- Feuchteschutz: Jede Durchdringung der Dämmschicht muss dauerhaft abgedichtet werden, sonst zieht Wasser hinter den Putz und schädigt das gesamte System.
- Gewährleistung: Unsachgemäße Bohrungen in ein WDVS können den Garantieanspruch gegenüber dem Fassadenbauer gefährden. Ein Grund mehr für ein zugelassenes Befestigungssystem.
So gehen wir bei der Montage vor
- Vor-Ort-Sichtung: Wir prüfen Dämmstärke, tragenden Untergrund (Mauerwerk oder Beton) und den besten Standort für das Außengerät. Erst danach steht der Festpreis.
- Wahl des Befestigungssystems: Für die Wandmontage auf WDVS setzen wir ein thermisch getrenntes Abstandsmontagesystem ein, in der Regel Fischer Thermax.
- Präzise Bohrung: Durch Putz und Dämmung bis in die tragende Wand, mit dem passenden Bohrverfahren für den jeweiligen Untergrund.
- Verankerung im tragenden Untergrund: Die Gewindestangen werden im Mauerwerk oder Beton verankert, je nach Untergrund mit Injektionsmörtel.
- Abdichtung: Jede Durchdringung wird dauerhaft gegen Schlagregen abgedichtet, damit keine Feuchtigkeit in die Dämmebene gelangt.
- Konsole und Gerät: Die Wandkonsole wird auf den Abstandshaltern montiert, das Außengerät mit Schwingungsdämpfern aufgesetzt. Die Dämmung selbst bleibt lastfrei.
- Leitungsführung: Kältemittelleitungen und Kabelkanal werden so geführt, dass möglichst wenige Durchdringungen entstehen, jede einzelne sauber abgedichtet.
Das Fischer-Thermax-System im Detail
Fischer Thermax ist ein Abstandsmontagesystem, das speziell für Befestigungen an wärmegedämmten Fassaden entwickelt wurde. Das Prinzip: Eine Gewindestange überbrückt die Dämmschicht und wird tief im tragenden Untergrund verankert. Die Last des Außengeräts landet also dort, wo sie hingehört, im Mauerwerk oder Beton. Der entscheidende Baustein sitzt am äußeren Ende: ein Konus aus glasfaserverstärktem Kunststoff, der die Metallverbindung thermisch trennt. Wärme aus dem Innenraum kann so nicht über die Befestigung nach außen abfließen. Die Wärmebrücke ist unterbrochen, das Kondensat- und Schimmelrisiko an der Innenwand entfällt.
Der Konus übernimmt noch eine zweite Aufgabe: Er verspannt die Befestigung im Putz und dichtet die Bohrung an der Fassadenoberfläche ab. Zusammen mit einer fachgerechten Versiegelung bleibt das WDVS dauerhaft regendicht. Das System ist für unterschiedliche Dämmstärken und Untergründe verfügbar: von Vollziegel über Kalksandstein bis Beton; bei Lochstein oder Porenbeton kommt zusätzlich Injektionsmörtel zum Einsatz. So lässt sich auch ein schweres Außengerät sicher, dauerhaft und bauphysikalisch sauber an einer gedämmten Fassade befestigen.
Alternativen zur Fassadenmontage
Nicht immer ist die Wand die beste Lösung. Oft ist eine Bodenaufstellung auf einem Ständer neben dem Haus die einfachste und günstigste Variante: keine Durchdringung der Dämmung, beste Zugänglichkeit für die Wartung, keine Vibrationsübertragung auf die Wand. Auch Flachdach, Garage oder Balkon kommen infrage. Was bei Ihnen sinnvoll ist, klären wir bei der kostenfreien Vor-Ort-Sichtung. Wie der Montagetag insgesamt abläuft, zeigt unser Beitrag zum Montage-Ablauf Schritt für Schritt.
Häufige Fragen dazu
Ja, aber nur mit einem dafür zugelassenen Befestigungssystem und fachgerechter Abdichtung. Die Last muss im tragenden Untergrund hinter der Dämmung verankert werden, und jede Durchdringung muss dauerhaft regendicht verschlossen sein. Einfache Dübel im Putz sind tabu.